Feldrundfahrt in der Gemarkung Spechtshorn

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Die alljährliche Feldrundfahrt fand in diesem Jahr in der Gemarkung Spechtshorn mit einem großen Abstecher nach Grebshorn statt.

Christoph Düvel begrüßte die ca. 60 Mitglieder, Familienangehörige und Interessierte von der Politik im Namen des Landvolkbezirksverbandes Hohne ganz herzlich. Die Spechtshorner mit Heiner Trumann und Jörg Hildebrandt an der Spitze freuten sich ebenfalls, dass alle so zahlreich erschienen waren. Nach den Hitzerekordtagen hatte es sich an diesem Abend angenehm abgekühlt. Heiner Trumann begrüßte ebenfalls die Anwesenden, die anschließend ihren Platz auf den vier Wagen einnahmen.

Begrüßung und Programm

Die alljährliche Feldrundfahrt fand in diesem Jahr in der Gemarkung Spechtshorn mit einem großen Abstecher nach Grebshorn statt. Christoph Düvel begrüßte die ca. 60 Mitglieder, Familienangehörige und Interessierte von der Politik im Namen des Landvolkbezirksverbandes Hohne ganz herzlich. Die Spechtshorner mit Heiner Trumann und Jörg Hildebrandt an der Spitze freuten sich ebenfalls, dass alle so zahlreich erschienen waren. Nach den Hitzerekordtagen hatte es sich an diesem Abend angenehm abgekühlt. Heiner Trumann begrüßte ebenfalls die Anwesenden, die anschließend ihren Platz auf den vier Wagen einnahmen.
 

Informationen zum Hagelschaden

Der erste Zwischenstopp wurde in der Feldmark Spechtshorn eingelegt, wo das Thema Hagelschaden erörtert wurde.  Heiner Trumann referierte über die Nebenwirkungen des Hagelschauers für Getreide, Mais und Kartoffeln am Beispiel der Felder am Zwischenstopp. In einem Weizenschlag wurde ein Schaden von 30 % ermittelt und in der Gerste kam man auf eine Schadensschätzung von 10-12 %. Beim Getreide wird ermittelt, wieviel Körner aus den Ähren durch den Hagel ausgeschlagen und welche Anzahl an Halme abgeknickt wurden.
Bei den Kartoffeln ist der Schaden sortenabhängig. Ferner ist die Blattstabilität für die Beschädigung von großer Bedeutung.
Christoph Düvel ergänzte, dass die allgemeine Schadenshöhe bei 10 % und weniger liegt. Gefühlt glaubt er an eine höhere Schadenquote. Bei den Zuckerrüben z. B. sehen wir eine hohe Zerfletterung der Blätter. Die Schätzer gehen davon aus, dass sich dieser Zustand noch verwächst und setzen die Schadenshöhe in der Regel niedrig an. Erst ab 8% wird ein Schaden entschädigt. Unterschiede gibt es auch durch die jeweilige Bewertungsmethode der Schätzer. Und auch die Auswahl des Schätzstandortes führt zu großen Bewertungsunterschieden. Viel Erfahrung mit Hagelschaden hat man in unserer Region in der Vergangenheit nicht gehabt und somit muss man sich auf die Schätzer verlassen. Historisch gesehen liegen die letzten Hagelschäden in unserer Region einige Jahre zurück. Üblich waren kleiräumige Streifen mit etwa 500 m Länge und 100 m Breite und meist geringen Schäden. Der Hagelschauer über unserer Region in diesem Jahr erstreckte sich über eine Breite von ca. 3 km und reichte von Müden bis Zahrenholz. In ganz Ost-Niedersachsen waren Hagelschäden festzustellen.
So ist die Entscheidung für den Abschluss einer Hagelversicherung ein ständiger Abwägungsprozess.

Peter Trumann vom Beratungsring Hohne ergänzt für die Kartoffeln, dass der Hagel in dem ungünstigsten Wachstumsstadium niedergegangen ist. Welchen Einfluss dieses Ereignis auf das Wachstum der Knollen und deren Qualität hat, bleibt abzuwarten.

Nach diesen Erläuterungen über die Auswirkungen des Hagelunwetters auf die Feldfrüchte, ging es weiter zum Hof Niemann nach Grebshorn.

 

Zu Besuch auf dem Hof Niemann in Grebshorn

Jan Niemann berichtete kurz aus der Hofgeschichte. In den 30er Jahre als Siedlungshof gegründet, bewirtschaftete sein Urgroßvater ca. 15 ha landwirtschaftliche Fläche. Schweine, Kühe, Getreide und Kartoffeln waren die Hauptbetriebszweige. Die Schweine wurden später abgeschafft und die Milchwirtschaft wurde erweitert um einem Boxenlaufstall. Es standen dann bald achtzig 80 Kühe im Stall. Weitere Pläne wurden gemacht. Schwerpunkt der Erweiterung sollte weiterhin der Betriebszweig Kühe sein. Schweine waren nicht so sein Ding. Trotzdem wollte man den Betrieb weiter Fächern und die Entscheidung fiel schließlich auf den Hähnchenmaststall. Dieser war auch interessant für die Betreibung einer Biogasanlage (250 kw). Man schloss sich mit Holger Dralle aus Wohlenrode zusammen, der mehr Landfläche für den notwendigen Maisanbau zur Verfügung hatte. Familie Niemann konnte die Biogasanlage mit der reichlich vorhandenen Gülle beliefern, die 1.000 Tonnen Mais (20 ha Acker) ersetzen. So entstand eine sinnvolle Kooperation. Die anfallende Wärme geht in den Hähnchenstall, in die Warmwasseraufbereitung für den Kuhstall und in das Wohnhaus.

Etwa 180 Kühe stehen nun im neuen Stall. Der weibliche Nachwuchs wird selbst aufgezogen. Man hat sich gegen einen Melkroboter entschieden und melkt konventionell. Die Melkroboter verursachen relativ hohe Unterhaltungskosten. Ferner muss man eine ständige Bereitschaft zeigen um die Technik zu pflegen. So haben die Familie und ihre Aushilfsmelker ohne Melkroboter ihre festen Melkzeiten und anschließend frei verfügbare Zeit. Auch bei der Fütterung hat man Hilfe. Jan Niemann ist in der Regel der Springer auf dem Hof. Auch für Auszubildende bietet sich ein umfangreiches Lernumfeld an.

 

39.000 Hähnchen finden in der Mastanlage ausreichend Platz. Aktuell sind 27.000 Hähnchen mit 2kg Lebendgewicht im Stall. Dem Betrachter aus der Seitenperspektive geht von einer drangvollen Enge aus. Durchquert man aber den Stall, so bieten sich ausreichend Lücken für die Tiere im höheren Meterbereich. Familie Niemann hat sich der Aktion Tierwohl angeschlossen. So bietet die Bodenhaltung reichlich Einstreu zum Staubfedern. Picksteine und sonstiges Material sind reichlich für die artgerechte Haltung der Tiere vorhanden. Futter wird zugekauft, weil man das Futter nicht selber herstellen kann. Zum einen fehlt dem Hof die notwendige Anbaufläche, zum anderen sind die entsprechend gezüchteten Tiere anfällig für Krankheiten. Ca. 60 Tonnen Hähnchenfleisch befinden sich aktuell im Stall. Zum Vergleich entspricht diese Menge dem Tagesverbrauch an Geflügelfleisch der Stadt Hamburg an einem Tag. Abschließend bemerkt Jan Niemann, dass diese Produktionsweise angebracht ist, wenn ca. 90 % der Verbraucher aktuell ihre Hähnchen zu diesem Marktpreis konsumieren wollen, ohne dass es den Tieren schlecht geht.

 

Rückfahrt und Abschluss auf dem Eichhof in Spechtshorn

Dann ging es zurück nach Spechtshorn zum Eichhof. Jens Wagener hatte schon reichlich vorgegrillt, so dass die Teilnehmer der Feldrundfahrt schnell kulinarisch versorgt werden konnten. Ergänzt um das eine oder andere Kaltgetränk konnte noch weiter gefachsimpelt werden.
Dank an die Organisatoren auch vom Reporter, der wieder viele interessante landwirtschaftliche Aspekte niederschreiben durfte.
Rainer Brammer

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